Freitag, 20. Juli 2018

Nochmal eine kleine Änderung

Jetzt ist doch wieder alles anders. Vermutlich gehe ich jetzt doch nicht nach Kasese zu Kiima Foods, sondern nach Kampala zu Little Light. Ich hatte gerade ein Skype-Interview mit dem Leiter für die Freiwilligen bei Little Light. Ich glaube es war das zweite Bewerbungsgespräch in meinem Leben und ich war ziemlich nervös. Eigentlich bin ich es noch immer. 
Es fing schon gleich gut an, weil ich eine E-Mail zu spät gelesen habe, in der er mich um meinen Lebenslauf, mein Motivationsschreiben und die Bestätigung des Termins für das Interview gebeten hat. 
So wirklich schlau angestellt habe ich mich dann auch nicht, zumindest kommt es mir so vor. Warum fallen einem die guten Antworten, bzw. überhaupt eine Antwort, immer erst hinterher ein?

Ich hoffe wirklich, dass es mit Little Light klappt. Meinen Hund kann ich zwar dort nicht mit hinnehmen, der müsste zu Hause bleiben (wegen der Kinder) aber dafür wäre es eine Arbeit mit Kindern und dem Namuwongo Slum. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich mit Kindern arbeiten könnte, das letzte Jahr bei der Caritas hat wirklich Spaß gemacht. Außerdem würde es mich auch sehr interessieren, wie das Leben in und um ein Slum ist. Außerdem gibt es eine relativ große Auswahl an verschiedenen Projekten, wo so ziemlich alles dabei ist. Von Lernen mit den Kindern, über eine Jugendgruppe, bis zum vermarkten des Schmucks den die Frauen herstellen. Die Organisation ist ziemlich erfahren mit Freiwilligen, deswegen gibt es dort auch eine gute Struktur. (Das alles hätte ich zum Beispiel auf die Frage antworten können „Warum Little Light?“…)

Eigentlich bin ich wirklich froh, dass ich meinen Hund nicht mit zu Little Light nehmen kann, weil es für sie, vor allem mit dem Slum, vielleicht doch ein bisschen gefährlich wäre. Wenn das alles so klappt, gibt es in meiner Gastfamilie ein Hausmädchen, dass sich dann tagsüber ein bisschen um meinen Hund kümmern kann. Ich bin wirklich schon sehr gespannt auf meine Gastfamilie und auch wo ich und mein Hund dann wohnen. 

Jetzt hoffe ich nur noch, dass ich meine Flugdaten bald erfahre...

Freitag, 6. Juli 2018

Besuch in der Tierklinik

Heute hatte ich den Termin in der Tierklinik. Endlich habe ich eine Ahnung, was ich tun kann, damit mein Hund möglichst gesund wieder nach Hause kommt.
Ich wurde zwar wieder gefragt, ob es keine andere Möglichkeit gibt, und das Sicherste wäre wohl, sie einfach zu Hause zu lassen. Aber die Tierärztin war echt nett und hat sich wirklich Zeit genommen, mich gut zu beraten. Ich war fast eine Stunde dort und habe jetzt das Gefühl, dass mein Hund ganz gut versorgt ist, wenn ich gut aufpasse.
Als erstes brauchen wir ein Mittel gegen Zecken, Fliegen und Mücken. Das mit der Impfung ist wohl vom Tisch, da sie hier in Deutschland einfach nicht zu bekommen ist und auch nicht alle Fälle abdeckt. Also werden wir uns ein Mittel, wie z.B. Exspot zum Auftragen auf die Haut besorgen und zusätzlich noch ein Halsband (z.B. Scalibor). Wichtig ist dabei, dass beides ein rebellierendes Mittel enthält, das heißt, dass der Wirkstoff die Viecher davon abhält überhaupt erst zu zubeißen und nicht erst wirkt, wenn sie schon gebissen haben.
Außerdem brauchen wir eine Mittel zu Entwurmen, dass auch gegen Herz- und Lungenwürmer wirkt (z.B. Milbactor).
Dann gibt es wohl noch eine Impfung gegen Leishmaniose, die ebenfalls von Zecken, Fliegen und Mücken übertragen wird. Allerdings ist es fraglich, ob wir es noch schaffen, alle Impfungen vor Uganda unterzubringen.
Auf jeden Fall sollte ich verhindern, dass sie baden geht, oder irgendetwas frisst. In dieser Hinsicht gilt für meinen Hund das Gleiche, wie für mich. Was das Fressen an geht, überlege ich, ob ich ihr für den Anfang eine Maulkorb kaufe.
Im August haben wir dann nochmal einen Termin in der Tierklinik, um die Flugtauglichkeit abklären zu lassen und die Movement Permit ausfüllen und bestätigen zulassen.

Das einzige, was mir für die Einreise nach Uganda mit meinem Hund jetzt noch fehlt sind die Flugdaten, damit ich abklären kann, wie ich den Transport organisiere. 

Übrigens weiß ich inzwischen, wo ich hinkomme. Ich werde in Kasese (in der Nähe von Fort Portal) bei Kiima Foods arbeiten. Ich bin mal gespannt, was ich dort tun werde.

Mittwoch, 20. Juni 2018

Rassismus und Kritik an "Weltwärts"

In dem Seminar haben wir uns auch viel und ausführlich mit Kritik beschäftigt. Zum einen mit Kritik am Programm „weltwärts“, aber auch mit Kritik an der Privilegierung der „Weißen“ und dem sich daraus ergebenden Rassismus. 
Als ich am Anfang gesehen habe, dass wir uns im Vorbereitungsseminar auch mit Rassismus beschäftigen, war ich überrascht. Ich konnte mir nichts darunter vorstellen. Natürlich weiß ich, was Rassismus ist (dachte ich), aber Rassismus in Uganda? Dort haben doch sowieso alle die gleiche Hautfarbe. Also Rassismus gegen uns? Konnte ich mir eigentlich auch nicht wirklich vorstellen. Das wir Freiwilligen niemanden aufgrund seiner Hautfarbe diskriminieren, ist doch eh klar, oder?
So dachte ich vor dem Seminar. Vielleicht habe ich schon hin und wieder darüber nachgedacht, wie gut es mir geht, dass ich mein Leben nach dem „westlichen Standard“ führen kann. Ich habe das bisher eher allgemein gesehen. Über die Privilegien, die ich allein aufgrund meiner weißen Hautfarbe oder meiner deutschen Staatsbürgerschaft genieße, habe ich bisher noch nicht nachgedacht, bzw. war mir diese Tatsache schlicht nicht bewusst. 
Diese Privilegien sind vielleicht nich so greifbar, aber sie sind da. Sie machen einen Unterschied aus „schwarz“ und „weiß“.
Zum Beispiel kann ich ohne weiteres ein Touristenvisum für Uganda beantragen und dort einreisen, während Trina (unsere Projektkoordinatorin in Uganda) nur deshalb einreisen darf, weil sie eine Frau ist, Kinder in Uganda hat und dort Land besitzt. Denn all das macht es sehr wahrscheinlich, dass sie nach Uganda zurückkehren wird. Für einen alleinstehenden Mann wäre es nahezu unmöglich, jemals ein Visum für Deutschland zu erhalten. 
Und damit bin ich schon mitten in der Kritik an „Weltwärts“. Wie soll ein deutsch-ugandischer Austausch (das heißt in beide Richtungen!) zustande kommen, wenn es schon an der Einreise scheitert? Eine Frage die sich daraus ergibt, ist wer eigentlich die Bedingungen für diesen „Austausch“ festlegt. Wir schicken Freiwillige nach Afrika um dort „Entwicklungshilfe“ zu leisten, ohne danach zu fragen, ob unsere „Hilfe“ überhaupt gewollt ist. Wer gibt uns das Recht zu bestimmen, dass beispielsweise die Ugander „Hilfe“ brauchen und dass wir in der Lage sind diese „Hilfe“ zu leisten? Was qualifiziert uns dazu? Unsere Hautfarbe? Die Tatsache, dass wir aus dem „Westen“ kommen? Allein schon das Wort „Entwicklungshilfe“ klingt abwertend und überheblich.
Wir neigen dazu, alles nur aus einer Perspektive zu betrachten und zwar aus der eigenen. Es funktioniert nicht so, wie wir es gewohnt sind, aber ist es deswegen automatisch schlecht? Einen Weg zu finden, nicht abzuwerten, aber auf der anderen Seite auch nicht zu romantisieren, ist nicht einfach. (Es gibt da ein interessantes Video von Chimamanda Ngozi Adichie „The danger of a Single story“.)
Das Problem liegt darin, dass wir häufig erst einmal bewerten und eine Schublade stecken, anstatt es einfach nur zu betrachten und möglichst unvoreingenommen Erfahrungen zu sammeln. Wir vergessen, dass es sich vielleicht manchmal einfach nur um eine andere Perspektive handelt, die sich aus einer eigenen Geschichte und anderen äußeren Umständen ergeben hat. 
Dieses Denken sitzt in unseren Köpfen, ohne dass wir es kaum jemals hinterfragen. Es sitzt nicht nur in den „weißen“ Köpfen, aber das macht es in keinem Fall besser. 
Während des Seminars haben wir einige Texte gelesen, die harsche Kritik am Freiwilligendienst üben, weil er diesen Rassismus reproduziert. Im ersten Moment war diese Kritik heftig. Warum gehe ich eigentlich nach Uganda? Sollte man mit dieser Kritik nicht schnellstens alle Freiwilligendienste abschaffen? Wie kann ich mit diesem Hintergrund überhaupt noch nach Uganda gehen?
Im zweiten Moment ist das nicht die Lösung. Stattdessen ist es aus meiner Sicht tatsächlich wichtig nach Uganda zu gehen und zu zeigen, dass es anders geht. Das ich nicht als „Weiße“ da „runter“ gehe, um zu „helfen“, sondern stattdessen den Austausch und die Zusammenarbeit zu stärken. Wenn ich nach Uganda gehe, sehe ich mich nicht als Lehrer, sonder als Schülerin, die von der Lebens- und Sichtweise der Ugander lernen darf. Nicht weil sie so schön ursprünglich und einfach leben, sondern einfach weil es ein anderes Land mit anderen Bedingungen und anderen Sichtweisen ist.
Auf lange Sicht müsste diese Kritik natürlich dazu führen, dass Freiwilligendienst mehr wie ein gegenseitiges Austauschprogramm funktioniert. Und vielleicht können wir Freiwillige dazu beitragen, indem wir bewusst machen, wie wichtig dieser Austausch ist und weiter die Einseitigkeit und den Rassismus kritisieren. 

Für mich bedeutet das ganz konkret, dass ich sehr aufpasse, was und wie ich hier schreibe und ich freue mich, wenn ihr mich auf generalisierende und kategorisierende oder sogar rassistische Äußerungen aufmerksam macht und meine Texte kritisiert.

Und natürlich freue ich mich auch ganz generell über eure Meinung zu dem Thema.

Mittwoch, 13. Juni 2018

Seminar in Leipzig

Heute ist schon Mittwoch. Die letzten zwei Tage vergingen wie im Flug. Bis auf die Anfahrt ist das Seminar echt toll. Leider hatte mein Zug Verspätung und dann habe ich auch erst nicht verstanden, wie das Tram-System funktioniert und so ist mir die Tram erstmal vor der Nase weggefahren. (Hier in Leipzig gibt es Doppelhaltestellen, das heißt zwei Trambahnen halten hintereinander an der gleichen Haltestelle…) Als nächstes bin ich an meiner Ziel-Haltestelle dann erstmal in die falsche Richtung gelaufen, aber schließlich habe ich das Hostel doch noch gefunden. Man erkennt es von außen fast nicht (zumindest bin ich gleich mal vorbei gelaufen), aber die Zimmer sind wirklich toll. Jedes ist anders gestaltet und mit ganz vielen kreativen Ideen.

Das ist z.B. unser Zimmer ... und das eine Wand in der Toilette ...



Unser Mittagessen bekommen wir von der „Vleischereiund es schmeckt wirklich gut. Es ist alles vegetarisch / vegan, aber mir wäre es ehrlich gesagt nicht aufgefallen. Ich habe noch nie richtig vegan gegessen und freue mich, es hier kennenzulernen. 
Da ich fast zwei Stunden später komme als geplant, haben die anderen schon ohne mich angefangen. Zum Glück ist es nicht weiter schlimm, dass ich mich so verspätet habe und ich habe auch noch nicht viel verpasst.
Die anderen Freiwilligen sind alle sehr sympathisch. Bis jetzt sind wir vier Mädchen und ein Junge, aber am Donnerstag kommt noch ein weiteres Mädchen dazu. 
Die Betreuer sind wirklich nett und sehr entspannt, sodass eine lockere Atmosphäre herrscht. Ich bin wirklich froh, dass ich bei dieser Organisation gelandet bin. 
Vuga e.V. besteht komplett aus ehemaligen Freiwilligen, wodurch der Kontakt nach Uganda tatsächlich auch aus persönlichen Beziehungen besteht. Außerdem wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass wir uns in Uganda in die Gemeinschaft einfügen und für die Zeit unseres Freiwilligen Dienstes fest in die ugandische Gemeinde vor Ort integriert sind und nicht nur Gäste, oder sogar Touristen. Deshalb sind wir dort in Gastfamilien untergebracht und werden über das ganze Land verteilt, damit wir nicht Gefahr laufen, nur unter uns Freiwilligen zu bleiben. Laut Betreuern steigt auch unsere Sicherheit mit dem Grad der Integration in unsere Gastfamilie und die Gemeinschaft.
Außerdem haben wir schon viel interessante Information über die Geschichte Ugandas, das politische System und die politische Kultur des Landes bekommen. 
Die Regierungsform in Uganda ist eine Präsidialregierung und der Präsident Yoweri Museveni ist bereits seit 32 Jahren im Amt. Auch wenn sich mittlerweile manche Ugander einen Wechsel wünschen, ist die Unterstützung der Bevölkerung für den Präsidenten doch sehr hoch, da er dem Land, nach dem Ende der Kolonialisierung, Stabilität und Struktur gebracht hat. Der Wunsch nach einem Wechsel kommt vor allem bei den Jüngeren auf, die sich an die Zeit vor Museveni gar nicht erinnern, bzw. nichts anderes kennen. Interessant finde ich z.B., dass es im Parlament eine feste Anzahl an Plätzen gibt, die von Frauen besetzt werden müssen und es sich dabei um 25 Prozent handelt!
Gestern kam Trina die Projektkoordinatorin in Uganda. Sie arbeitet fest für Vuga e.V. und wird uns in Uganda mit dem Arbeitsvisum, usw. unterstützen und als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen. Sie wird uns in den nächsten Tagen noch einiges zu Uganda und dem Leben dort erzählen und uns auch unsere Gastfamilien und Einsatzstellen vorstellen. Es ist auf jeden Fall toll sich mit einer Uganderin persönlich austauschen zu können und ihre Meinung zu den Themen zu hören, die wir uns erarbeiten. 
Nachdem wir uns den ganzen Tag mit Organisatorischem und politischen Diskussionen beschäftigt haben, dürfen wir abends machen, was wir wollen. 
Gestern haben wir uns Fahrräder in einer „Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt“ ausgeliehen (Man kann dort sein kaputtes Fahrrad hinbringen und dann unter Anleitung selbst reparieren. Eine wirklich coole Idee!) und sind dann quer durch Leipzig bis zum Völkerschlachtdenkmal gefahren. Es ist wirklich riesig und ziemlich beeindruckend. Von dort hatten wir einen tollen Blick über Leipzig und auf einen wunderschönen Sonnenuntergang.

... Fahrradtour durch Leipzig ...

Montag, 11. Juni 2018

Auf zum Vorbereitungsseminar

Einen Arzttermin brauche ich doch noch, laut weltwärts brauche ich ein ärztliches Attest, das mir meine Tropentauglichkeit bescheinigt. Meine Hausärztin ist so nett und stellt mir das Attest umsonst aus, weil ich es ja freiwillig mache. 
Dann ist es auch schon so weit. Ich sitze im Zug nach Leipzig und fahre zu dem Vorbereitungsseminar. Als ich die Einladung bekommen habe, war es noch eine Ewigkeit hin, aber die Zeit verging wie im Flug. Ich hoffe ich habe alles erledigt, was ich machen sollte. Ich bin wirklich gespannt, was ich dort alles lerne und natürlich auch, wer die anderen Freiwilligen sind. Danach kenne ich dann hoffentlich auch meine Gastfamilie, weiß wo ich genau hinkomme und was ich dann dort mache. Ich hoffe, dass klappt mit dem Hund alles gut.

Mittwoch, 16. Mai 2018

Besuch im Tropeninstitut und die Lösung für die Impfung gegen Hundemalaria?

Heute habe ich den Termin im Tropeninstitut. Als ich ankomme, ist der Warteraum bereits gut besetzt. Die typisch deutsche Bürokratie fällt schonmal weg. Es gibt eine Liste, in die man sich eintragen muss und ein Dokument mit Informationen über Vorerkrankungen und so weiter, dass man ausgefüllt mitbringen oder dort ausfüllen kann. Dann wartet man, bis man aufgerufen wird. Keine Anmeldung, nichts. Irgendwie gibt einem das schonmal einen Vorgeschmack auf eine etwas lockerere Bürokratie.
Als ich aufgerufen werde, folge ich der Ärztin in ein kleines Sprechzimmer. Dort geht sie mit mir zuerst den Impfpass durch und markiert auf einem gelben Zettel, welche Impfungen ich noch brauche und wann ich die bekommen soll. Dann bekomme ich schon einmal die Gelbfieber-Impfung und die erste Tollwut-Impfung. Damit bin ich auch schon fertig und werde mit meinem Impfpass, dem gelben Zettel und einer nicht ganz billigen Rechnung wieder entlassen. Laut dem gelben Zettel brauche ich noch zwei weitere Termine, mit vier weiteren Impfungen, dann sollte ich ausreichend geimpft sein.
Die nächsten Tage bin ich ziemlich platt, die beiden Impfungen schlauchen mich doch ordentlich. Aber außer einem geschwollen Lymphknoten komme ich ansonsten ohne weitere Nebenwirkungen davon. 

Nachdem mir im Tropeninstitut noch einmal gesagt wurde, dass Uganda ein Risikogebiet für Malaria ist, beschäftigt mich das Thema Impfung für meine Hund einmal mehr. 
Schließlich komme ich auf die Idee mich an die Münchner Tierklinik zu wenden und stoße auf der Website auf das Angebot einer Reiseberatung. Wieder schreibe ich eine E-Mail und bekomme prompt die Antwort, dass das mit der Impfung tatsächlich schwierig ist, es aber noch eine andere Möglichkeit gibt. Endlich!! Ich mache sofort einen Termin aus. Leider ist der erst im Juli, aber immerhin können sie mir dann - hoffentlich - auch gleich die Flugtauglichkeit und alles andere bescheinigen. 

Freitag, 20. April 2018

Es wird ernst

Heute kamen die Verträge. Beim Anblick des braunen Umschlages werde ich schon ein wenig nervös. Welcher Teufel hat mich nur geritten mich spontan für ein freiwilliges soziales Jahr in Afrika anzumelden?! 
In nicht einmal mehr drei Monaten werde ich für ein ganzes Jahr nach Uganda fliegen! Es ist einfach unvorstellbar, sobald schon für solange, soweit weg von zu Hause zu sein. 
Ich weiß nichts über Uganda und über das Leben dort. Ich kann nur Vermutungen anstellen, die wahrscheinlich mehr mit Vorurteilen, als mit der Realität zu tun haben. Wie ist es zum Beispiel mit Duschen und Waschen? Und wo werde ich wohl schlafen? Wie wohl das Bett aussieht? Und wo mein Hund wohl schlafen kann?
Bei den Verträgen ist auch die Einladung zu einem Vorbereitungsseminar in Leipzig im Juni dabei. Danach werde ich dann hoffentlich schon ein bisschen mehr wissen. 
In der Zwischenzeit soll ich schon einmal einen Termin im Tropeninstitut machen und mich über die nötigen Impfungen und die Malaria-Prophylaxe beraten lassen.
Das bringt mich auf die Idee mir eine Tierarzt zu suchen, der sich mit Tropenmedizin auskennt, damit ich meine Hund möglichst unbeschadet durch das Jahr bringe. 
Im Internet finde ich schließlich die Website des Lehrstuhls für experimentelle Parasitologie der tiermedizinischen Fakultät der LMU in München. Auf meine E-Mail hin, werde ich an die zuständige Tierärztin weitergeleitet. Ein Telefongespräch und tausende von Fachausdrücken später, bin ich mehr verwirrt als informiert, aber wenn ich das richtig verstanden habe, geht es schon eimal um drei wesentliche Punkte. Ich, bzw. Mein Hund, braucht eine Herzwurmprophylaxe, Mücken- und Zeckenschutz und eine Impfung gegen Piroplasmen. Alles weitere müsste ich mit meinem Tierarzt klären. Also rufe ich sofort meine Tierärztin an, um einen Termin zu vereinbaren. Leider weiß nicht einmal sie, was Piroplasmen sind und kennt sich auch sonst nicht gut mit Reisemedizin aus. So viel also dazu. Stattdessen wurde ich in den letzten zwei Stunden bereits zweimal gefragt, ob ich denn überhaupt keine Möglichkeit habe, den Hund zu Hause zu lassen. 
Irgendwie bekomme ich gerade ernsthaft Zweifel, ob das alles nicht totaler Wahnsinn ist und ich das ganze nicht lieber schleunigst abblasen sollte.
Erst einmal recherchiere ich aber im Internet über Piroplasmen und finde schließlich die Übersetzung „Hundemalaria“. Jetzt möchte ich diese Impfung auf jeden Fall. Leider ist der Impfstoff innerhalb der EU nicht frei erhältlich und nur sehr schwer zu bekommen. 
Ich schreibe einige E-Mails an Amtstierärzte und Verfasser von Artikeln zu dem Thema, die ich im Internet finde. Außerdem schreibe ich noch einmal eine E-Mail an die Dame von der Parasitologie. Ich bekomme eine sehr freundliche Antwort von dem Amtstierarzt in München und habe ein sehr nettes Telefonat mit ihm, in dem ich ein paar gute Tipps auch zur Wiedereinreise bekomme. Allerdings kann er mir mit der Impfung nicht weiterhelfen. Die E-Mail von der Parasitologie ist leider weniger freundlich und hilft mir überhaupt nicht weiter. 

Im Internet stoße ich schließlich auf eine Tierärztin, die einen Artikel „Keeping Pets Healthy in Uganda“ veröffentlicht hat und schreibe ihr eine E-Mail. Sie bietet mir an, mir mit der Einreiseerlaubnis für meine Hund zu helfen. Leider bin ich mit der Impfung immer noch nicht schlauer. Auch die Idee meinem Hund einfach in Uganda den passenden Impfschutz verpassen zu lassen, bringt mich nicht weiter, da es die Impfung dort überhaupt nicht zu geben scheint.