Mittwoch, 29. August 2018

Mit der Hand waschen

Nachdem ich es hier einfach nicht schaffe, meine Klamotten sauber zuhalten, ist heute Waschen angesagt. Jesse ist so nett und zeigt mir, wie es geht und nimmt mir dabei auch einen Teil der Arbeit ab :)
Als erstes kommen alle Klamotten in eine große Runde Schüssel mit Wasser, dann nehme ich ein Kleidungsstück in die Hand und seife es ein, dabei reibe ich den Stoff gegen einander. Als ich mit dem ersten Kleidungsstück fertig bin, drücke ich es aus und lege es in eine Schüssel mit sauberem Wasser. Das geht so weiter, bis wir mit allen Kleidungsstücken durch sind. Dann waschen wir die Kleidungstücke aus, drücken sie aus und legen sie erneut in eine Schüssel mit sauberem Wasser. Hier werden sie noch ein letztes Mal ausgewaschen und ausgewrungen, dann hänge ich sie auf die Leine. 
Lucy ist inzwischen nur schwer davon abzubringen, dass Wasser zu trinken. Als ich ihr das Waschwasser verbiete, versucht sie es mit dem schlammigen Wasser auf dem Boden.
Schließlich hole ich ihre Wasserschüssel, die sie dann auch fast leer trinkt.
Als ich die Wäsche gerade auf die Leine hänge kommt Trina vorbei und fragt, wie es meinen Händen geht. Sie erzählt mir, dass meine Gastmutter schon nach mir gefragt hat. Morgen werde ich wohl tatsächlich umsiedeln.
Etwas später gehen Comfort und ich Fleisch für das Abendessen kaufen. Als wir wieder kommen, liegt der größte Teil meiner Wäsche auf dem Boden, weil es inzwischen ziemlich windig geworden ist. Wenig später beginnt es zu donnern und der Regen lässt auch nicht lange auf sich warten. Lucy ist das alles überhaupt nicht geheuer und sie verkriecht unter dem Bett. Dafür leistet Lubas mir auf der Veranda vor dem Haus Gesellschaft. Ich denke, ich werde sie echt vermisse. Sie liebt es an der Schnauze gestreichelt zu werden, ein bisschen erinnert sie mich manchmal an Dingo.
Den Abend verbringe ich damit, meine Koffer zu packen. Ich beschließe Trina und Comfort etwas von den Gastgeschenken da zu lassen, weil sich vor allem Comfort sich so nett um mich gekümmert hat.
Ich bin wirklich gespannt auf meine Gastfamilie. Soweit ich das verstanden habe, wir eigentlich nur die Mutter, Emily zu Hause sein. Ich hoffe, ich komme gut mit allen aus.

Wenn ich dann in Kampala bin, muss ich dringend auch noch ein paar Klamotten kaufen, vor allem Hosen. Auf jeden Fall freue ich mich schon sehr auf meine Jeans, auch wenn die nicht so gut zu waschen sind. Irgendwie fühle ich mich damit einfach am wohlsten. 


Dienstag, 28. August 2018

Einfach ein Tag in Uganda

Der Regen von gestern hat sich verzogen, heute scheint die Sonne. Lucy ist auch nicht mehr so ängstlich, dafür hat sie um 7 Uhr genug geschlafen und möchte nach Comfort sehen. Ich versuche sie zu überreden, wenigstens noch ein bisschen Ruhe zugeben, aber um 8 Uhr ist dann endgültig Schluss.
Ich bin einigermaßen schlecht gelaunt, weil ich wirres Zeug geträumt und schlecht geschlafen habe. Ich sitze noch ziemlich müde im Bett und versuche Lucy zu bändigen, als die Kinder hereinkommen. Zum Glück scheucht Comfrot sie wieder hinaus und sagt ihnen, dass sie warten sollen, bis ich nach draußen komme.
Ich gehe erstmal duschen. Das kalte Wasser weckt mich ein bisschen auf und meine Laune bessert sich ein wenig. Ich binde Lucy draußen an und mache mir, von jämmerlichem Fiepen begleitet, mein Frühstück fertig, das heute aus Rührei, Brot und afrikanischem Tee besteht. Nachdem Lucy keine Ruhe gibt setze ich mich zum Essen nach draußen.
Afrikanischer Tee ist übrigens schwarzer Tee mit einer Menge Zucker. Comfrot und ihre Geschwister geben normalerweise zwei bis drei Esslöffel Zucker in die Tasse, bevor sie den Teebeutel mit heißem Wasser aufgießen. Normalerweise bleibt der Teebeutel gerade lange genug drin, dass sich das Wasser verfärben kann, kommt darauf an wie strak man es mag. Meistens benutzt man den Beutel wenigsten noch ein zweites Mal.
Es gäbe auch Kaffee, aber das hieße Instant-Nescafé und den Tee mag ich mittlerweile richtig gerne, auch wenn ich nur einen halben Esslöffel Zucker hinein gebe. 
Den Morgen verbringe ich damit, die Knöpfe an die Taschen anzunähen, die ich zu Hause noch gefilzt habe. Die Kinder hüpfen währenddessen um mich herum und spielen mit Lucy.
Gegen Mittag kommt Shairoah (das Hausmädchen) vorbei und unterhält sich ein bisschen mit mir, etwas später kommt auch Kirabo (eine von Comforts Schwestern) und erzählt mir von einer App namens Anki mit der ich Luganda lernen könnte. Nachdem die App leider ca. 30€ kostet, muss ich mir das noch überlegen.
Zum Mittagessen gibt es heute Pocho mit einer grünen Soße (Erbsen oder Bohnen) und wir essen zusammen vor Comforts Haus. Lucy bekommt auch etwas, aber von dem Pocho ist sie nicht begeistert. Kirabo holt ihr extra etwas nur von der Soße, die sie lieber zu mögen scheint und Lucy lässt sich herab ein wenig davon zu essen, aber auch erst, als ich es ihr aus der Hand füttere…
So langsam fange ich an zu realisieren, dass ich ein ganzes Jahr lang in Uganda sein werde und was ich in dieser Zeit alles nicht tun werde. Es ist schon ein bisschen komisch. Ich bin mal gespannt, was ich am meisten vermissen werde.

Montag, 27. August 2018

Ein verregneter Morgen

Ich wache davon auf, dass es sich anhört, als würde ein reißender Fluss direkt an unserem Haus vorbei fließen. Es regnet und zwar nicht nur ein bisschen. Lucy ist schon seit 7 Uhr ziemlich unruhig und findet ich habe genug geschlafen. Als ich endlich auf stehe und mit ihr rausgehe, regnet es nur ein bisschen. Allein will sie nicht, aber als ich mir Schuhe hole hüpft sie sofort los. Als sie jedoch merkt, dass es regnet überlegt sie es sich schnell anders und flüchtet nach drinnen. Jetzt liegt sie wieder auf dem Bett und findet es ganz gemütlich…


Zum Frühstück gibt es heute Matoke und Porridge. Matoke schmeckt eigentlich gar nicht schlecht, es kommt sehr darauf an, wie es zu breitet wird. Aber ich fürchte Porridge wird das erste Essen, das ich nicht mag. Als ich mehr davon esse, bzw. trinke, wird es zwar ein bisschen besser, aber mein Lieblingsessen wird das wohl eher nicht.
Lucy ist den ganzen Morgen über schon ziemlich ängstlich und fürchtet sich vor jedem Geräusch. Als Comfort kommt wird es besser. Lucy freut sich sehr sie zu sehen und rollt sich neben ihr auf der Matratze zusammen. Ich glaube inzwischen hat sie hier so eine Art neues Rudel gefunden und es taugt ihr überhaupt nicht, wenn jemand fehlt.
Nach dem Frühstück kommen Catherine (Comforts kleine Schwester) und Moah (ein Nachbarskind). Sie beide echt lieb, aber sie können ziemlich anstrengend und wild sein. Sie klettern au mir herum und hüpfen solange vor Lucy auf und ab, bis sie ausflippt und mitspielen will. Das ist den beiden aber dann nicht so geheuer …
Den Rest des Tages verbringe ich mehr oder weniger mit Lesen, was auch mal wieder ganz schön ist. Irgendwie brauche ich einfach mal eine Pause davon, die ganze Zeit von Menschen umgeben zusein.


Sonntag, 26. August 2018

Mein erster Gottesdienst in Uganda

Heute ist Sonntag und das heißt in Uganda Kirche, zumindest für die meisten Christen. Anscheinend geht der Gottesdienst normalerweise von 10 bis 13 Uhr. Die ganze Familie zieht sich schick an, viele der Männer sogar im Anzug und die meisten Frauen tragen Kleider und hohe Schuhe. Auch die Kinder sind sehr schick angezogen. Trina fragt mich, ob ich Lucy mitnehmen möchte, aber ich entscheide mich, sie da zulassen.
Zu neunt fahren wir mit dem Auto zur zur „Central Freedom, auf dem Weg müssen wir eine riesige Baustelle passieren, ich wäre niemals auf die Idee gekommen, dass man da durch fahren kann. Ich wundere mich überhaupt, dass wir mit dem riesigen Auto durch diese Straßen passen, außerdem ist es ziemlich huggelig.
Von außen wäre ich niemals auf die Idee gekommen, dass das die Kirche ist, aber hören kann man es. Es ist einfach ein große, weiße Mischung zwischen Raum und Halle. Vorne ist eine Art Podest, auf der eine Band und mehrere Sänger stehen und singen und tanzen. Comfort erklärt mir, dass der Gottesdienst noch nicht angefangen hat und sie damit die Leute in die Kirche rufen.
Schließlich beginnt der Gottesdienst mit noch mehr Liedern und alle singen und tanzen mit und ich meine richtig tanzen. Die Leute in dieser Kirch singen die Lieder nicht einfach nur mit, sie meinen wirklich was sie singen. Dann begrüßt der Priester, die Fremden in der Kirche und fordert sie auf nach vorne zu kommen. Zum Glück hat Comfort mich schon vorgewarnt, also gehe ich nach vorne und sage in das Mikro, dass ich Eva heiße, aus Deutschland komme und mit Trina hier bin. Alle applaudieren und ich weiß nicht, ob mich jetzt wieder setzen darf. Also bleibe ich stehen und warte bis auch die andere „Fremde“ sich vorgestellt hat, dann gehe ich zurück zu meinem Platz.
Nachdem noch ein Lied gesungen wurde, kommen verschieden Menschen nach vorne, die eine Geschichte erzählen und Gott für etwas danken möchten.
Dann kommt eine Frau und fängt an zu predigen. Sie sagt, sie möchte uns heute das beten beibringen. Zuerst liest sie eine Stelle aus der Bibel und soweit ich das verstehe geht es darum, dass wir beten sollen, damit Gott uns hilft und erlöst.
Der Gottesdienst ist in Luganda und Englisch gemischt und es gibt einen Übersetzer, der immer in die jeweils andere Sprache übersetzt. Es ist ohnehin schon ziemlich anstrengend zu zuhören, weil man sehr aufpassen muss, wer gerade Englisch spricht und das Englisch teilweise etwas gebrochen ist.
Wirklich anstrengend ist aber die Lautstärke. Schon während des Singens habe ich das Gefühl, danach schlechter zu hören und ich muss mich anstrengen Comfort zu verstehen, die mir erklärt worum es in den Lieder geht. Die Predigt kann ich dann fast nicht mehr aushalten. Die Frau spricht so laut in das Mikro, dass sich der Ton beinahe überschlägt und für mich ist es beinahe unmöglich noch etwas zu verstehen. Comfort sagt, dass sie zum Beten nicht bleiben wird und ich bin wirklich froh darüber. Es ist ziemlich warm in der Kirche, ich habe Hunger und bin von der Lautstärke, ziemlich fertig. Im Moment will ich einfach nur noch raus, auch Comfort schaut immer wieder auf die Uhr, nach der der Gottesdienst eigentlich schon um sein sollte, denn es geht bereits auf halb zwei zu und es sind keine Anzeichen erkennbar, dass sie mit ihrer Predigt bald fertig ist. Endlich geht sie zum beten über und wir verlassen die Kirche.
Comfort ist auch ziemlich hungrig und wir suche uns einen Stand mit Rolex. Es dauert eine Weile, aber als wir zurückkommen, wird in der Kirche noch immer gebetet.
Wir setzen uns ins Auto und essen unser Rolex. Schließlich kommen auch die anderen und wir quetschen uns diesmal zu elft in das Auto und fahren nach Hause.
Insgesamt, habe ich nach dieser Erfahrung keine große Lust mehr auf Gottesdienst, ich werde es aber trotzdem nocheinmal versuchen und vielleicht Ohrstöpsel mitnehmen. Wenn die Lautstärke nicht gewesen wäre, wäre es echt toll gewesen. Auf jeden Fall bin ich froh, dass ich Lucy zu Hause gelassen habe.

Lucy freut sich sehr, dass wir wieder da und wir gehen ins Haus rüber, da heute die ganze Familie gemeinsam isst. 

Nach dem Essen rollen Lucy und ich uns auf das Bett, ich bin hundemüde.
Anschließend beschließe ich meine Koffer neu zu sortieren und meine Sachen ein bisschen zusammen zu packen, da wir morgen eigentlich nach Kampala zu meiner Gastfamilie fahren wollten. Allerdings ist das wohl noch nicht ganz sicher, weil meine Gastmutter morgen erst aus Ruanda wieder kommt und eventuell noch ein bisschen müde ist.
Lucy fände das glaube ich nicht so schlimm, ihr gefällt die ganze Packerei gar nicht.

Der Abend ist auf jeden Fall noch sehr gemütlich. Nachdem ich mein Zimmer wieder verlassen habe (ich habe völlig die Zeit vergessen und es ist schon dunkel), treffe ich Comfort, die noch kurz zum Supermarkt gehen will, um Eis zu kaufen, weil sie Halsschmerzen hat. Ich frage, ob ich mitkommen kann und wir gehen mit Mark und Catherine, Comforts kleinen Geschwistern, zu Supermarkt. Auf dem Weg treffen Jesse (ich glaube ein großer Bruder von Comfort?). Ich liebe es einfach in der Nacht unterwegs zu sein, überall sind verschieden Gerüche und das Leben ist einfach anders. Das Eis ist wirklich billig, ein kleiner Becher (ca. 1 Kugel, vielleicht ein bisschen mehr) kostet 1200 Ush, das sind umgerechnet nicht einmal 40 ct.
Wieder zu Hause sitzen wir gemütlich zusammen und löffeln unser Eis. Als wir fertig sind fordert Mark mich zum Armdrücken heraus. Ich gewinne gerade so, aber es ist wirklich knapp und ich muss mich ziemlich anstrengen (er ist neun!). Wir sitzen noch eine Weile zusammen und reden, als plötzlich das Licht ausgeht. Als der Strom wieder da ist, trage ich Catherine, die inzwischen fest eingeschlafen ist zum Haus, damit Comfort im Bett bleiben kann. 

Ich werde diese Abende und vor allem auch Comfort echt vermissen :)


PS: Falls ihr übrigens irgendwo Rechtschreibfehler findet, tut es mir leid und ich freue mich, wenn ihr sie mir mitteilt. Ich hoffe, es sind nicht zu viele :)

Samstag, 25. August 2018

Pencil Braids und Matoke

Zum Frühstück gab es heute Honig mit irgendwelchen Insekten drin, es sah aus wie kleine Ameisen. Ich habe nachgefragt, es ist keine Spezialität oder so. Sie werden einfach von dem Zucker angezogen und bleiben dann kleben.




Meinem Hund ist inzwischen langweilig. Sie versucht neues zu entdecken und springt dafür auch mal eben eine schulterhohe Mauer hoch. 


Immerhin frisst sie inzwischen.
Allerdings nur wenn man sie lieb bittet und die ersten Bissen aus der Hand füttert. (Sie ist eben doch eine kleine Prinzessin … ich weiß auch nicht, wie das passieren konnte…)

Mit den beiden Hunden kommt sie inzwischen ganz gut klar, oder die beiden mit ihr. Zumindest solange ich nicht daneben stehe und Lubas einer der Hunde, nicht eifersüchtig wird. Lucy ist trotzdem vorsichtig und noch immer ein bisschen ängstlich, aber ich denke das schadet nicht.

Das Wetter ist im Moment ziemlich wechselhaft. Der Himmel ist die meiste Zeit bewölkt und es ist teilweise richtig kalt. Dann kommt die Sonne raus und es wird ziemlich warm. Wenn ich das richtig verstanden habe beginnt gerade die Regenzeit, das heißt, es wird wohl noch eine Weile so bleiben und Lucy bekommt viel Gelegenheit, sich zu fürchte. Aber angeblich ist Kampala ziemlich trocken.
Auf jeden Fall komme ich bis jetzt gut ohne Sonnencreme aus, ich bin gespannt, ob sich das noch ändert. (Allerdings habe ich auch zu Hause trotz 35 Grad keine Sonnenbrand mehr bekommen.)
Moskitos habe ich bis jetzt noch überhaupt keine gesehen, aber das wird sich bestimmt noch ändern.

Den Tag haben wir heute größtenteils damit verbracht Comforts Zöpfe aufzulösen. Sie hatte bis jetzt Bleistift Zöpfe, die ungefähr hüftlang waren. Es hat den halben Tag gedauert, bis alles raus war, weil künstliches Haar mit eingeflochten war, um die Zöpfe länger zumachen. Jetzt sind ihre Haare ungefähr schulterlang.
In den letzten Tagen wurde ich schon zweimal ziemlich verwundert oder befremdet gefragt, warum sich meine Haare abgeschnitten habe. Ich habe mich über die Frage gewundert und mich gefragt, warum das so außergewöhnlich ist. Jetzt habe ich die Antwort. Bei Ugandern wachsen die Haare sehr langsam und sie werden kaum jemals länger als schulterlang. Viele Uganderinnen hätten aber gerne lange Haare…



Am Nachmittag gehen wir in der Gegend spazieren. Es ist ein komisches Gefühl, wenn man durch die Straßen geht und die Kinder einem zuwinken, nur weil man weiß ist und sie vielleicht noch nie einen Weißen gesehen haben.
Als wir wieder zurück sind, helfe ich Matoke zu schälen. Matoke ist ein sehr häufiges Nahrungsmittel in Uganda, wie Reis. Kafat sagt, die Ugander mögen Süßkartoffen und Matoke, weil es ihnen Kraft gibt, Süßkartoffeln für die Männer und Matoke für die Frauen. Eigentlich ist Matoke grüne Bananen, die man zum Beispiel kocht.
Eines der Dinge die mir hier in Uganda so gut gefallen, ist dass man vieles so einfach löst. Der Saft der grünen Bananen geht sehr schlecht, bis gar nicht von den Finger runter, deswegen ölen wir uns vorher die Hände ein. Während wir schälen unterhalten sich Kafat und Shiloh die ganze Zeit. Egal, was man hier macht, man unterhält sich währenddessen miteinander (eine andere Sache, die ich gerne mag).


Mit der Zeit fällt mir das Englisch sprechen leichter, aber mir fehlen immer noch viele Wörter. Ich wünschte, ich hätte ein Wörterbuch mitgenommen. Ich bin mal gespannt, wie lange es dauern wird Luganda zu lernen und wie viel ich überhaupt jemals lernen werde. Die Kinder versuche immer wieder mir etwas beizubringen, aber es schwer zu merken, weil es so anders ist, als alle Sprachen, die ich gewöhnt bin oder kenne.








Freitag, 24. August 2018

Kochen in Uganda

Die Zeit vergeht wie im Flug, heute ist schon Freitag. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, fahre ich am Montag zu meiner Gastfamilie nach Kampala. Die Mutter in meiner Gastfamilie ist noch in Ruanda, deswegen konnte ich noch nicht früher dahin.
Ich bin schon sehr gespannt. Ich bin froh, dass ich die ersten Tage bei Trinas Tochter wohnen durfte, sie hat sich wirklich nett um mich gekümmert.
Ich bin schon sehr gespannt, wie es wird, wenn ich dann auf mich alleine gestellt bin. Ich muss auf jeden Fall dringend Luganda lernen, sonst verstehe ich kein Wort. Die meisten erwachsenen Leute könne zwar englisch und die Kinder lernen es in der Schule, (wenn ich mich auch erst an die Aussprache gewähren muss) aber untereinander sprechen sie meistens Luganda.
Im Moment ist das aber noch nicht schlimm, weil ich nicht drauf angewiesen bin, sie zu verstehen und es ist auch schön, einfach zu beobachten, wie sich die Menschen untereinander verhalten. Ich mag es, dass Leben hier zu beobachten, es ist so anders als zu Hause. Heute durfte ich beim Kochen mithelfen, aber ich musste mir erst einmal zeigen lassen, wie eine Zwiebel geschnitten wird, weil fast alles in der Hand geschnitten wird. 

Außerdem durfte ich lernen, wie man Saft macht, ohne eine Presse. Wir haben drei Passionsfrüchte aufgeschnitten und eine Zitrusfrucht. Das Fruchtfleisch von den Passionsfrüchten kam in ein Sieb und die Zitrusfrucht wurde gegen die Hauswand geschlagen, um sie weicher zumachen und nachher den Saft besser heraus zubekommen. Dann wurde die Zitrusfrucht mit der Hand über dem Sieb ausgepresst und ich durfte den Saft durch das Sieb streichen. Als kein Fruchtfleisch mehr an den Kernen klebte, kam ein bisschen Zucker dazu und es ging von vorne los. Schließlich wurde der Saft mit Wasser aufgegossen, fertig! Der Saft war übrigens echt lecker :)

Um die Zeit bis zum Mittagessen zu überbrücken, gab es Wassermelone (die mag ich zu Hause eigentlich auch nicht, aber ich wollte es wenigstens probieren) und sie hat wirklich gut geschmeckt. Man kann sie mit denen in Deutschland überhaupt nicht vergleichen.
Am Nachmittag bin ich mit der Tochter und ihrer kleinen Schwester zur Schule gegangen um ihr Zeugnis abzuholen. Über Mittag hat es ziemlich heftig geregnet und auf unserem Weg versuchen wir Pfützen und Schlamm auszuweichen. Die Klassenzimmer sind klein, aber die ganze Wand ist bunt mit allem Möglichen, Alphabet, Wörter, Wochentage… Auch die Mauer, die die Schule umgibt, ist bunt bemalt mit Comic- und Märchenfiguren.

In den letzten zwei Tagen unterhalte ich mich viel mit der Tochter. Es ist spannend, sie über Uganda reden zu hören und sich mit ihr auszutauschen.  Ich denke ich werde das vermissen, wenn ich in Kampala bin.

Mein Hund gewöhnt sich gut ein, die Kinder und eigentlich auch alle anderen, lieben sie und ich muss nur manchmal aufpassen, dass es ihr nicht zu viel wird.

Bis jetzt fühle ich mich hier wirklich wohl und ich hoffe, dass es in Kampala genauso wird. Allerdings schlaucht mich das alles ziemlich, ich könnte den ganzen Tag schlafen. Vielleicht liegt es aber auch an dem Malaria-Medikament. Trotzdem kann ich mir im Moment gut vorstellen, das ganze Jahr hier zu verbringen. Ich mag die Lebenseinstellung und die Atmosphäre. Die Leute reden miteinander und sind wie eine große Gemeinschaft, nicht wie bei uns, wo jeder für sich bleibt. Ich würde nicht sagen, dass alles ein bisschen langsamer funktioniert, es ist einfach anders. Man tut eines nach dem anderen, in der Zeit, die es braucht und folgt dabei einem Tagesablauf.
Ich hoffe wirklich, dass es so bleibt und ich mit meiner Familie genauso gut auskomme, wie mit dieser hier.

Über Klamotten hätte ich mir übrigens gar nicht so viele Gedanken machen müssen, man kann hier eigentlich alles anziehen. In der Arbeit ist das vielleicht nochmal ein bisschen anders, aber einfach so auf der Straße ist es kein Problem. 






Donnerstag, 23. August 2018

Zweiter Tag

An meinem zweiten Tag, starte ich mit einem Spaghetti-Frühstück und afrikanischem Tee.

Dann werden ich und mein Hund von den Kinder überfallen, die uns ein bisschen die Gegend zeigen und mir die Pflanzen erklären.
Als wir wieder beim Haus ankommen, spielen wir Fangen, Verstecken und „Fischer, Fischer welche Fahne weht heute“ bis es anfängt zu regnen und wir reingehen müssen. Ich ziehe mich mit meinem Hund in mein Zimmer zurück, werde aber bald von den Kindern gefunden. Die Tochter rettet mich und wir gehen Rolex kaufen. Das ist eine Art Street Food, die ziemlich beliebt ist. Es ist wie eine Art Pfannkuchen mit einem Omelett drauf und schmeckt wirklich lecker :)
Das Haus der Koordinatorin liegt direkt an der Hauptstraße in Entebbe. Ich habe noch nicht wirklich einen Überblick über die Stadt, aber ich mag diese Straße. Es sind mehrere kleine Häuser, bzw. Geschäfte in Containern und Hütten entlang der Straße, wo man eigentlich alles kaufen kann. Überall laufen Leute herum, kaufen etwas, unterhalten sich oder sitzen zusammen.
Der Tag vergeht hier ganz anders als in Deutschland. Die Sonne wandert nicht und dadurch verändert sich das Licht auch nicht. Zwischen morgens und abends vergeht die Zeit einfach, ohne das Uhrzeit eine Rolle spielt. Man tut einfach eins nach dem anderen und irgendwie gibt es eine täglich Routine.
Am Abend gehen wir noch einmal los und kaufen Chicken and Chips. Überall an der Straße gibt es verschiedenes Street Food und Gruppen von Leuten stehen zusammen.
Es gibt hier keine Straßenbeleuchtung und außer den Lichtern von den Läden, Ständen und Autos ist es stockdunkel.
Wieder zu Hause essen wir unser Chicken and Chips und ich unterhalte mich noch eine ganze Weile mit der Tochter, bis wir ins Bett gehen. Dieses Mal darf Lucy ganz offiziell im Bett schlafen, ich habe gefragt :)