Mittwoch, 5. September 2018

Nicht mein Tag

Heute gehe ich endlich Jeans kaufen! Ich bin mal gespannt, ob das alles klappt und ob wir welche finden. Ich treffe mich mit Comfort und Amelie (einer anderen Vuga-Freiwilligen) in Down Town. 

Etwas später…

Ok, heute ist definitiv nicht mein Tag.
Es beginnt damit, dass ich bei Little Light ankomme und mein Handy nur noch 11% Akku hat. Also fange ich an mein Ladekabel zu suchen, von dem ich mir sicher bin, dass es echt zu Hause ist. Natürlich ist es nicht in meinem Rucksack, inzwischen sind es noch 3% und ich brauche es heute dringend, um mich mit Amelie und Comfort in Down Town zu verabreden. 
Es hilft also nichts, ich muss zurück nach Hause laufen. Dort treffe ich immerhin Andrew und kann ihm zum Geburtstag gratulieren. Mein Kabel finde ich leider nicht.
Ich laufe zurück zu Little Light und bete, dass ich es nicht verloren. habe.
Glücklicherweise finde ich es dort unter einem Stuhl…
Schließlich ist es Zeit loszugehen. Ich bestelle ein Boda Boda mit Safe Boda und laufe los zum Treffpunkt. Draußen stelle ich fest, dass mein Handy komplett schwarz ist. Ich versuche die Helligkeit hochzustellen, aber auch das funktioniert nicht. Inzwischen versucht mich der Boda Fahrer zu erreichen, aber ich kann nicht annehmen, weil ich absolut nichts erkennen kann. Die Leute um mich herum schauen mich schon alle an und fragen, ob ich Hilfe brauche. Endlich taucht der Boda Fahrer auf und wir fahren nach Kawalagala um Geld abzuheben. Nachdem ich drei Banken durch habe, der Fahrer ist so nett und wartet, gebe ich es auf und fahre nach Down Town. Ich bin schon viel zu spät dran, aber Amelie ruft an und sagt mir, dass sie erst in einer halben bis Dreiviertel Stunde da sein werden.
Mein Boda Fahrer ist aber wirklich nett. Er hat die ganze Zeit auf mich gewartet und mich auch noch bis nach Down Town gefahren. Eigentlich hat er so etwas wie ein Taxameter, aber das hat er schon bei der Bank ausgeschaltet. Ich frage ihn wie viel und rechne mit einer hohen Summe, aber er sagt einfach ich soll ihm geben, was ich möchte. Ich frage, wie viel es normalerweise ist (4000) und gebe ihm 5000 Ush.
Jetzt bin also alleine in Down Town und muss irgendwo einen Platz finden, an dem ich warten kann. In diesem Moment, vermisse ich München, wo ich mich einfach in ein Café oder auch irgendwo an den Straßenrand hocken würde. Hier habe ich keine Ahnung, wo ich überhaupt so etwas wie ein Restaurant finden würde und einen ruhigen Platz zum warten zu finden ist quasi unmöglich. Außerdem möchte ich nicht zu weit laufen, da ich Angst habe mich hoffnungslos zu verlaufen. In diesem Moment fängt es an zu regnen und alles versucht einen trockenen Platz zu finden.
Endlich kommen Comfort und Amelie und wir kämpfen uns durch die Taxis und Menschen bis zu einer Mall, in der sich der Jeans Laden befindet. Eigentlich ist es mehr eine Art Nische, in der sich an den Wänden Regale mit Hosen bis zur Decke befinden. Einer der Männer zieht einige Jeans aus dem Regal, die auch fast alle passen. Ich probiere sie hinter einem Tuch in einer Ecke an und entscheide mich für eine schwarze Jeans, die mich glücklicherweise nur 10’000 Ush kostet, viel mehr hätte ich nach dem Bank-Desaster auch nicht gehabt.
Wir versuchen noch eine Hose für Amelie zu finden, haben aber keinen Erfolg.
Also setzen mich Comfort und Amelie in ein Taxi und ich fahre wieder zurück zu Little Light. Leider steige ich zwar richtig aus, laufe dann aber in die falsche Richtung und habe keine Ahnung, wo ich bin. Anna rettet mich, aber für heute reicht es mir.
Nach Hause kann ich allerdings noch nicht, da wir noch ein Youth Group Meeting haben. Eigentlich treffen wir uns um 16 Uhr, tatsächlich fangen wir dann um 17 Uhr an, als immerhin 11 Leute anwesend sind.

Als ich dann endlich heimkomme ist es schon nach 18 Uhr und es wird schon dunkel. Ich gehe noch eine kurze Runde mit Lucy, aber sie fürchtet sich vor den Scheinwerfen und wir gehen bald zurück.

Dienstag, 4. September 2018

Ein ziemlich ereignisloser Tag

Heute ist eigentlich nicht viel passiert. Irgendwie habe ich das Wetter nicht vertragen und mir war den ganzen Tag ein bisschen schlecht und mein Kreislauf ziemlich im Keller. Nachdem es dann am Nachmittag ziemlich heftig geregnet hat, wurde es endlich ein bisschen besser.
Am Abend habe ich mich dann ziemlich lange mit Andrew unterhalten. Schade, das er geht. Aber vielleicht bleibt er noch bis Januar. (Er geht mit einem Stipendium für ein Jahr nach England zum studieren.) Es ist interessant sich mit ihm zu unterhalten.
Mit Emily und Timothy komme ich auch sehr gut klar. Die beiden sind echt nett. Mit Timothy ist es ein bisschen einfacher, weil er direkter ist. Bei ihm habe ich eher das Gefühl, er sagt, was er denkt. Bei Emily bin ich manchmal nicht so sicher, ob es wirklich ok ist, aber auf jeden Fall kann ich gut mit ihr reden.

Lucy mag Timothy auf jeden Fall sehr, sie flippt jedes Mal total aus, wenn sie ihn sieht :)

Montag, 3. September 2018

Der Versuch mit dem Kaffee

Nach dem Film gestern Abend, bin ich heute Morgen ziemlich müde. Trotzdem schaffe ich es einigermaßen früh aus dem Bett und gehe erst einmal eine Runde mit Lucy spazieren. Letzte Nacht hat es geregnet und so ist es ausnahmsweise angenehm kühl.
Nach dem Frühstück breche ich auf zu Little Light. Timothy arbeitet ganz in der Nähe, deshalb gehen wir zusammen. Bei Little Light angekommen, ist noch niemand da und das Büro ist auch noch zu. Ich setze mich vor die Tür und schreibe schon einmal ein bisschen an den Blog-Texten, während ich warte.
Schließlich kommt Stella (eine der Lehrerinnen) und sperrt mir auf. Ein wenig später kommt auch Anna.
Den Vormittag verbringen wir damit, dass sie anfängt, mir die verschiedenen Projekte zu erklären. Um 11 Uhr vermisse ich dann dringend Kaffee. Anna findet das eine gute Idee und wir beschließen, uns an Nescafé als Ersatz zu versuchen. Also ziehen wir los und kaufen zwei kleine Tüten. 
Auf dem Weg riskieren wir einen Blick in den Himmel, der aussieht, als würde jeden Moment die Welt untergehen. So einen schwarzen Himmel, habe ich noch nie gesehen…
Anna erzählt mir, dass es dann häufig zu Stromausfall kommt und als wir ein paar Minuten später mit heißem Wasser aus der Küche zurück kommen, geht auch schon das Licht aus. Anna ist davon überhaupt nicht begeistert, da sie mir eigentlich Google Drive zeigen wollte, was ohne Strom allerdings schwierig ist, weil dann auch das Wlan ausfällt. Eine ganze Weile später geht da Licht wieder an, nur um einige Zeit später wieder auszugehen.
Nachdem der Kaffee einigermaßen gruselig ist (noch dazu aus einer Plastiktasse) und ich ohnehin Hundefutter brauche, beschließen wir mit dem Boda Boda zum Supermarkt zufahren. Das mit dem Hundefutter stellt sich als nicht ganz einfach heraus, da die Säcke alle mindestens 20 kg enthalten. Glücklicherweise finde ich einen einzigen mit nur 2,5 kg, für den ich allerdings 50’000 Ush bezahle. Außerdem erstehe ich eine Tasse und noch mehr Nescafé mit dem wir dann einen zweiten Versuch wagen. Dank einer Menge Kaffeepulver (falls man das so nennen kann), ist es dieses Mal trinkbar :)


Den restlichen Tag verbringt Anna damit, mir Google Drive zu erklären und als wir endlich fertig sind, ist mein Schädel kurz vor dem Platzen. Ich bin ziemlich müde, trotzdem schnappe ich mir zu Hause erst einmal Lucy und gehe mit ihr bis auf den Berg hinauf. Auf dem Weg treffen wir zwei ältere Männer, die sich mit Lucy anfreunden.
Nachdem Abendessen, das heute ausnahmsweise schon um 20 Uhr ist, probiere ich das neue Futter aus und Lucy hüpft tatsächlich immer mal wieder für ein paar Bissen vom Bett herunter. (Von wegen Futter von zu Hause mitnehmen…) Wenigstens hat sie inzwischen wieder eine ziemlich gute Figur :)





Sonntag, 2. September 2018

Ein zweiter Versuch mit der Kirche

Heute ist wieder Kirche dran. Ich habe schon befürchtet, dass ich jetzt jeden Sonntag in die Kirche muss und es schwierig wird, sich da wieder raus zureden, nachdem ich meinem Gastvater zugestimmt habe, dass er versuchen kann mich von Jesus zu überzeugen bevor ich Uganda verlasse, aber Emily hat mich gestern gefragt und ich glaube es wäre auch ok gewesen, wenn ich ‚nein‘ gesagt hätte. 
Ich möchte es aber wenigsten noch einmal versuchen.
Die Kirche beginnt dieses Mal um 10:30 Uhr und ich stehe gegen 8 Uhr auf um mit Lucy spazieren zu gehen. Leider habe ich aus meinem Fehler von gestern nichts gelernt, denn heute ist es noch heißer als gestern. Auch Timothy beschwert sich über die Hitze, es liegt also nicht an mir. Der Spaziergang fällt also eher kurz aus und auch Lucy ist froh, als wir wieder zurück sind. Vollkommen durchgeschwitzt bin ich trotzdem. 
Also nochmal kurz unter die Dusche, die gerade wieder nicht funktioniert (es liegt am Druck) und ins Kleid geschlüpft. Als ich wieder aus meinem Zimmer komme, ist Emily noch beim Frühstücken. Als Richard rein kommt, muss ich erst einmal aufstehen und mich drehen und ernte von allen Seiten ein „smart“ :)
Es dauert bis ca. kurz vor 12 Uhr bis wir tatsächlich loskommen. Ich frage Emily, ob ich irgendetwas mitnehmen muss und sie sagt mir ich sollte ein bisschen Geld für die Spenden mitnehmen. Ich bin mir sehr unsicher, wie viel da so üblich ist, aber Emily meint einfach ich soll geben, was mein Herz mir sagt.
Als wir in der Kirche ankommen, hat der Gottesdienst glaube ich schon angefangen, aber das ist nicht schlimm. Auch dieses Mal müssen alle Fremden sich melden, aber ich muss nicht wieder nach vorne kommen. Stattdessen geben mir die Leute um mich herum die Hand und heißen mich Willkommen. Ich finde das eine sehr nette Geste.
Heute ist „Cells Sunday“, das heißt jede Cell ( das sind kleine Gruppen, aus Leuten, die alle aus der gleichen Gegend kommen und sich auch außerhalb der Kirche treffen um miteinander zu beten oder so) präsentiert irgendetwas. Manche habe Reggae getanzt, eine andere HipHop (immer zu Musik mit Jesus), wieder andere Traditionell. Eine Gruppe bestand aus Kindern, die ebenfalls getanzt haben. Die vielleicht beste Vorstellung, war aber ein kleines Theaterstück, von einem Jungen, der keinen Bock mehr auf Schule hat, weil er dauernd schlechte Noten schreibt und sein Heft vor sich herkickend über die Straße läuft, als im eine anderer Junge entgegenkommt und fragt, was los ist. Als er erfährt was los ist, ruft er seine Freunde und sie beten für den Junge, auch wenn der nicht daran glaubt und sich darüber lustig macht. Schließlich gibt es die Noten für die Abschlussprüfung und er hat, zu aller Überraschung, mit voller Punktzahl bestanden.



Zum Schluss des Gottesdienstes sitzen die Cells zusammen und bearbeiten gemeinsam eine Bibelstelle über das Abendmahl und essen und trinken dabei zusammen. 
Gegen zwei kommen wir wieder nach Hause, wo bereits Vorbereitungen für die Geburtstagsfeier laufen, da die Zwillinge letzten Donnerstag Geburtstag hatten und Emily ein paar Tage vorher.
Ich behalte mein Kleid also gleich an und schaue zu, wie Patience (Emilys Tochter und die Mutter der Zwillinge) versucht die beiden in schöne Kleider zu stecken.

Schließlich kommen verschiedene Verwandte und wir essen gemeinsam Mittag. Als sie von Lucy erfahren, muss ich auch sie kurz herzeigen :)
Danach gibt es Kuchen. Genau genommen, sieht es aus wie eine Torte. Sie ist mit einer quietsch grünen Creme bestrichen und mit einer roten verziert. Sie sieht auf jeden Fall echt toll aus und den Zwillingen fällt es sehr schwer, die Finger davon zu lassen, bis sie die Torte mit Emily anschneiden.

Danach dürfen sie die Torte verteilen. Der Teig ist eine Art Bisquitteig, der obere Teil ist ebenfalls rot und der untere teigfarben. Schmecken tut es auf jeden Fall ein bisschen wie Kaktuseis, bloß mindestens fünf Mal süßer.
Den Kindern schmeckt es auf jeden Fall, aber den meisten Spaß haben sie dabei, die rote Creme vom Kuchen zu stibitzen. Hannys Hände sind voller roter Creme und sie hat einen riesen Spaß dabei, sie überall zu verteilen :)
Leider bekommt mir mal wieder das Essen nicht (das passiert in letzter Zeit häufiger und der Kuchen war bestimmt nicht das Beste) und ich bin ziemlich müde. Offensichtlich sieht man mir das an und ich verabschiede mich in mein Zimmer, wo ich tatsächlich einschlafe.
Gegen neun weckt mich Emily, weil sie sich schon Sorgen gemacht haben. Ich entschuldige mich und beschließe eine kurze Runde mit Lucy raus zugehen. Timothy begleitet uns und wir gehen noch kurz bei seiner Arbeit vorbei.

Als wir wieder kommen, gibt es Abendessen. Im Zimmer ist es immer noch ziemlich heiß, aber Timothy organisiert einen Ventilator. Eigentlich möchte ich gleich wieder ins Bett, aber ich bleibe trotzdem noch ein bisschen sitzen.  Timothy findet im Fernsehen einen Film auf Englisch mit Morgan Freeman und Angelina Jolie und ich bin neugierig genug um sitzen zu bleiben. Es ist ein Action Film und ich bleibe irgendwie bis zum Schluss, so dass es doch ganz schön spät wird. Als ich schließlich ins Bett gehe, schlafe ich sofort ein.

Samstag, 1. September 2018

Downtown...

Heute ist Samstag, das heißt eigentlich frei, aber die Youth Group hat eine Show in der Mukwana Mall. Irgendwie bin ich fast ein bisschen froh darüber, dann habe ich etwas zu tun :) 

Wir verabreden, uns um 12 Uhr in Little Light zu treffen, das heißt ich kann eigentlich ausschlafen. Allerdings ist die Familie schon um 7 Uhr wach und ich möchte nicht unhöflich sein, ich weiß ja nicht, ob sie nicht vielleicht gemeinsam frühstücken oder so.
Also stehe ich auf und mache mich fertig. Als ich Emily frage, sagt sie mir, dass das kein Problem ist und jeder einfach isst, wann er da ist.
Beim Spazieren gehen stelle ich allerdings fest, dass Ausschlafen keine gute Idee ist, es ist einfach schon wieder ziemlich warm.

Die Zeit vergeht dann auch schon wieder ziemlich schnell und ich mache mich auf den Weg zu Little Light.
Die Youth Group hat einen Sponsor, der ab und zu anruft und den Jugendliche anbietet bei einer kleinen Show zu tanzen. Sie tragen dabei T-Shirts der Firma und bekommen für den Auftritt 100’000 Ush. Little Light schickt immer fünf Jugendliche, zwei Culture Dance und drei Free Dance, um möglichst vielen Jugendlichen ein kleines Einkommen zu ermöglichen.
Ein paar der Jugendlichen sind schon da, wir warten noch eine Weile auf die anderen, allerdings stellt sich heraus, dass eine der Tänzerinnen vermutlich nicht kommt und erreichbar ist sie leider auch nicht. Also verpflichten wir einen der anderen Jugendlichen spontan zum Ersatztänzer.
Da wir nun sozusagen vollständig sind, fragt Anna die Jugendlichen, wie lange wir zur Mail brauchen, inzwischen ist es 12:20 Uhr, um 13:00 Uhr soll die Show stattfindet.
Mit der Antwort „ungefähr eine Stunde“ beschließen wir daher, dass es Zeit ist zum Aufbrechen. Es dauert eine Weile, bis wir ein Taxi finden, dass leer genug ist, damit wir alle reinpassen. Auf dem Weg zur Mall sammeln wir noch einen der Tänzer auf. Als wir Downtown ankommen, bin ich erst einmal geplättet. Ein Laden reiht sich an den anderen und überall sind Menschen. Auf den Gehsteigen ist das Gedränge so dicht, dass wir auf dem Weg zur Mall am Straßenrand entlang laufen, um voran zukommen. Auf der Straße schieben sich langsam Taxis voran durch das Gedränge und daneben schlängeln sich Boda Boas entlang. Anna rät mir meinen Rucksack vor dem Bauch zu tragen und ich bin sehr froh über die Jugendlichen, von denen einer (Sharif) die Führung übernommen hat, andernfalls würde ich hier keinen Schritt voran kommen. Es dauert eine Weile, bis ich mich daran gewöhnt habe, durch welche Lücken man sich durchschlängeln kann und welcher Boda Fahrer anhält, bzw. langsam genug ist und wie nahe ich den Taxis kommen kann.
Schließlich haben wir die Mall erreicht und ich bin ehrlich erleichtert, dem Gedränge zu entkommen. Wir klettern hinauf in den dritten Stock, zu dem Veranstalter, nur um dort festzustellen, dass wir in der falschen Mall sind. Also zurück auf die Straße und weiter durch das Gedränge. Nach einigem Suchen, können wir die Mall endlich sehen, wir müssen nur noch eine Straße überqueren, von der ich mich frage, wie wir da jemals rüberkommen sollen, es gibt nicht auch nur die kleinste Lücke. Sharif ruft einem der hinteren Jugendlichen etwas zu, woraufhin der einfach auf die Straße springt, sodass wir die Straße überqueren können.
Dann haben wir es endlich geschafft. Wir sind nur etwa eine halbe Stunde zu spät und dieses Mal sind wir richtig. Allerdings ist der Manager noch nicht da und es dauert noch einmal ca. 45 Minuten, bis er schließlich kommt. Einer der Jugendlichen ist so nett und organisiert für Anna und mich zwei Stühle, während die anderen sich ans Geländer stellen und dem Treiben unter uns zusehen.



Ein paar Minuten später, taucht dann auch die fehlende Tänzerin auf, damit ist unser Ersatztänzer entlassen und er verlegt sich auf das Filmen der Show. Ich habe die fünf noch nie tanzen sehen, aber sie sind wirklich gut! Nach einer Weile hat sich eine kleine Menschenmenge gebildet und auch ein paar Boda Boda Fahrer halten an und schauen zu, auch wenn das den Verkehr noch ein bisschen mehr erschwert.


Als wir uns nach der Show zurück kämpfen, ist es nicht mehr ganz so schlimm. Die Jugendlichen wollen noch ein bisschen bleiben und shoppen gehen, aber Anna und ich haben genug. Netterweise bringen sie uns noch bis zum Taxi und ersparen uns damit die Suche.

Wieder zu Hause, geht es inzwischen auf 17 Uhr zu und ich bin ziemlich platt.

Freitag, 31. August 2018

Ein relativ unspektakulärer Tag


Sorry für die lange Wartezeit. Nachdem schon Beschwerden kamen :) kommen heute die fehlenden Einträge. Die Tage vergehen hier im Moment wahnsinnig schnell. Den ganzen Tag ist irgendetwas und wenn ich dann Abends heim komme, bin ich total platt. Ich hoffe ich gewöhne mich bald an die Hitze. (03.09.18)

Heute ist mein zweiter Tag in Little Light. Anna sagt, ich kann auch ein bisschen später kommen und ich beschließe, vor der Arbeit noch einen längeren Spaziergang mit Lucy zumachen, damit sie mir vielleicht verzeiht, wenn ich sie wieder einsperre.
Ich habe übrigens ein wirklich schönes Zimmer. Ich habe sogar einen eigenen Schrank und ein eigenes Bad (!), inzwischen funktioniert auch das Wasser :) Das Bett ist riesig, daran muss ich mich erst gewöhnen.

Nachdem ich geduscht habe, gehe ich frühstücken und treffe Timothy. Er fragt, ob er mich begleiten soll und nachdem er auch fertig gefrühstückt hat, gehen wir zusammen los und er zeigt mir den Weg auf einen der sieben Hügel Kampalas. Von da oben haben wir eine Wahnsinns-Aussicht :) 




Ich kann fast ganz Kampala sehen und es ist wirklich riesig. Auch den Slum sieht man von hier oben. Es ist eine Ebene aus Blechdächern, dahinter erstreckt sich, als grüner Streifen ein Sumpf.
Als wir wieder zu Hause sind, packe ich meine Sachen zusammen und mache mich auf den Weg zu Little Light. Es ist immer noch gewöhnungsbedürftig, so aufzufallen, aber ich hoffe, irgendwann werden sich die Leute auf meinem Weg ein bisschen an mich gewöhnen.
Bei Little Light angekommen, nimmt mich Anna mit, um mir zu zeigen, wo ich etwas ausdrucken kann. Es ist ein kleiner Laden mit einem Computer und mehrere Druckern. Man kann dort mit seinem USB-Stick hingehen und etwas ausdrucken. Eine schwarz-weiß Kopie kostet 100 Ush (ca. 3ct).
Nach dem Mittagessen kommt Grace, eines der Kinder ins Büro, schnappt sich mein Handy und hat einen riesigen Spaß dabei, sich selbst und alles möglich zu fotografieren. Anna und ich haben viel Spaß dabei, als wir ihr zuschauen, wie sie sich in Pose wirft, Kussmünder (sie ist 4 Jahre alt!) macht und dann alle Sachen im Büro fotografiert.




Da heute Freitag ist bin ich schon relativ früh wieder zu Hause. Lucy freut sich sehr mich zu sehen, allerdings bin ich ziemlich platt. Ich versuche ein bisschen zu schlafen, dann gehen wir ein kurzes Stück spazieren. Ich versuche früh ins Bett zu kommen, aber nachdem wir immer erst um 22 Uhr essen, ist das nicht ganz einfach. Auch wenn Emily mich schon immer früher essen lässt, damit es nicht zu spät wird :) Schließlich rolle ich mich dann doch mit Lucy ins Bett.

Donnerstag, 30. August 2018

Mein erster Tag in meine Gastfamilie


Heute gibt es leider ziemlich viel Text, ich hoffe, es ist noch lesbar. In den letzten zwei Tagen war leider so viel los, dass ich es nicht einmal geschafft habe, den Blog weiter zuschreiben. (31.08.18)

Heute geht es tatsächlich nach Namuwungo. Comfort weckt mich um sieben, weil es doch schon um acht losgehen soll. Ich packe noch schnell die letzten Sachen zusammen und lasse das Frühstück ausfallen. 

Lucy ist von der ganzen Aktion überhaupt nicht begeistert und als sie wieder in die Box soll, ist endgültig Schluss mit lustig.
Ich glaube vor allem Comfort fällt der Abschied von Lucy schwer und wir verabreden, auf jeden Fall in Kontakt zu bleiben.
Trina und ihr Mann fahren mich mit dem Auto und Lucy hört überhaupt nicht mehr auf zu Fiepen, abgehen von einem gelegentlichen, frustrierten Gähnen. Schließlich schlägt Trina vor, dass ich sie aus der Box hole, danach ist es besser. Sie schaut ein bisschen aus dem Fenster und rollt sich dann auf meinem Schoß zusammen.



Auf den Straßen ist ziemlich viel Verkehr und es gibt unendlich viel zusehen. Überall sind Leute, auf dem Weg zur Arbeit, bei der Arbeit, oder einfach nur sitzend. Auf der Straße tummeln sich Boda Bodas, Fahrräder, Taxis, Leute und Autos.
Direkt vor uns ist ein Pick-up, der bestimmt zwei Meter hoch mit Säcken beladen ist. Die Säcke sind nicht befestigt, sondern einfach nur aufgeschichtet und obendrauf sitzt ein Mann (fragt mich nicht, wie das hält). Sie werden dann auch von einem Verkehrspolizisten am Straßenrand raus gewunken, aber sie weigern sich anzuhalten und fahren einfach weiter.
Auf der anderen Straßenseite balanciert ein Mann einen Turm aus ca. 50 Eiern oder mehr. Es sieht ein bisschen aus, wie der schiefe Turm von Pisa und als würden die Eier jeden Moment herunterfallen.
Etwas später verdichtet sich der Verkehr und es geht sehr zäh voran. Zwischen den Autos laufen Leute und verkaufen Zeitungen, Klopapier, Bohnen und Kaugummis. Es sieht ziemlich gefährlich aus, da die Autos alle ziemlich groß sind und dazwischen kaum Platz ist.
Schließlich erreichen wir Namuwungo (so heißt übrigens die Gegend, nicht nur der Slum) und ich erhasche einen ersten Blick auf die Häuser im Slum. Der Anblick trifft mich. Viele Häuser sind aus Schlamm gebaut und so klein, dass wir nicht einmal ein Badezimmer hinein bekommen würden. Eines ist so schief, dass es aussieht, als würde es jeden Moment zusammen fallen. Es ist eine Sache Bilder gesehen zu haben, aber die Realität ist ganz anders. Ich bin schon sehr gespannt auf meinen ersten Besuch im Slum und die Bewohner. (Die Leute hier sprechen übrigens von „community“.)
Schließlich erreichen wir meine Gastfamilie. Im Moment sind nur meine Gastmutter, Emily und die beiden Zwillinge Honey und Gabi zu Hause. Emily begrüßt mich sehr herzlich und nachdem Trina sich verabschiedet hat, bekomme ich erst einmal Frühstück.
Ich habe den verdacht, dass meine Familie ziemlich reich. ist, denn das Haus ist ziemlich schick und auf dem Tisch stehen zwei große Kannen mit heißer Milch und heißem Wasser. Außerdem gibt es Omelett und Brot mit Marmelade.
Ich unterhalte mich ein bisschen mit Emily und sie fragt mich nach meiner Arbeit. Während ich noch beim Frühstück sitze, kommen die Söhne vorbei und begrüßen mich ebenfalls. Das alles geht so schnell, dass ich mit den Namen nicht mitkomme und keine Ahnung habe, welcher Name zu wem gehört und wer wie aussieht. Ich hoffe, dass klärt sich noch (unauffällig) …

Nach dem Frühstück ruft Anna (die jetzige Freiwillige bei Little Light) und fragt mich, ob sie mich abholen und mir Little Light zeigen soll. Ich frage Emily, ob das in Ordnung ist und ziehe mit Anna los, nachdem ich Lucy in mein Zimmer gesperrt habe. Als erstes kaufen wir Wasser und sie zeigt mir auf dem Weg die wichtigsten Läden.
Bei Little Light stellt sie mich allen vor und ich fühle mich gleich ziemlich wohl.
Während Anna arbeitet unterhalte ich mich mit Stella einer der Lehrerinnen hier. Sie ist noch ziemlich jung und auch erst seit einem Jahr hier. Sie möchte unbedingt Lucy kennenlernen. Also laufen wir zurück nach Hause (es ist nicht weit von Little Light) und ich stelle ihr Lucy vor, die sich sehr freut uns zu sehen. Danach ist es allerdings umso härter, sie wieder in das Zimmer einzusperren.
Am Nachmittag nehme ich an einer „lesson“ (Unterrichtstunde) der Jugendgruppe teil, das Thema ist heute „sex and human desire“ und eine der Jugendlichen hält einen Vortrag. Es ist ziemlich lustig und Anna verzweifelt beinahe bei dem Thema Kondome, die angeblich krank machen.
Für den Abend habe ich mich mit Anna zum Schuhe kaufen in Kawalagala (einer Straße, wo sie ziemlich viele Schuhe verkaufen) verabredet. Sie ruft einen Freund an, der uns begleiten wird und auch Einav, eine der israelischen Freiwilligen kommt mit.
Ich habe ein bisschen ein schlechtes Gewissen Emily um Erlaubnis zu fragen, weil ich noch kaum zu Hause war und schon am ersten Tag danach frage, abends weg zugehen, aber sie erlaubt es mir ohne weitere. Sie gibt mir nur einige Tipps, damit mir nichts passiert.
Bevor wir aufbrechen, beschließe ich duschen zu gehen, allerdings kommt aus der Dusche kaum, bis überhaupt kein Wasser. Emily verspricht mir, dass sich das einer ihrer Söhne ansehen wird, wenn ich wieder da bin. 
Kurz bevor wir aufbrechen wollen, kommt Richard, mein Gastvater nach Hause. Er ist ebenfalls sehr nett und begrüßt mich sehr herzlich.
Dann kommt auch schon Anna mit ihrem Freund und nachdem wir noch Einav aufgesammelt haben, halten wir zwei Boda Bodas an. Anna und ihr Freund und ich und Einav fahren jeweils zusammen. Ich komme nicht wirklich dazu mich vor dem Fahrstil zu fürchten, weil Einav sich fast die ganze Zeit über mit mir unterhält.

In Kawalagala gehen wir die Straßen entlang und probieren einige Schuhe. Ich finde ein paar Flipflops, aber mit geschlossenen Schuhen sieht es schlecht aus. Entweder sie sind zu groß, oder dann viel zu klein. Einav hat bald genug, von der Straßenverhältnissen und Uganda im allgemeinen und fährt mich einem Boda Boda zurück. Wir laufen noch ein bisschen weiter, haben aber kein Glück. Schließlich suchen auch wir uns zwei Boda Bodas und fahren zurück. Die Fert kostet uns zu zweit gerade einmal 3000 Ush (das ist ca. 1 Euro).

Zuhause, esse ich erst einmal zu Abend und unterhalte mich mit … Timothy? Danach lasse ich mich von Richard über meinen Gauben, meine Arbeit, das Leben in Deutschland und so weiter ausfragen. Als er erfährt, dass ich nicht an Jesus glaube, setzt er sich zum Ziel, dass ich an Jesus glauben werde, wenn ich Uganda verlasse. Während ich mich mit Richard unterhalte, geht Timothy ein bisschen mit Lucy nach draußen.
Schließlich kommt auch noch Patience, die Tochter, vorbei und ich beschließe, dass das ein guter Zeitpunkt für die Gastgeschenke ist. Ich bin mir nicht sicher, ob sie sich über alles so richtig freuen, aber die Marmelade kommt auf jeden Fall gut an :) und über die Geste im allgemeinen haben sie sich glaube ich schon gefreut.
Schließlich beschließe ich ins Bett zu gehen. Ich räume meine Koffer aus und richte mich ein bisschen in meinem Zimmer ein, dann gehe ich schlafen.